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Pannewitz

In der Oberlausitz gibt es zwei Dörfer namens Pannewitz, die die Sorben Banecy (südlich Neschwitz) und Panecy (östlich Uhyst a. T.) nennen. Beide Namen haben keine gemeinsame Wurzel. Banecy kommt von bahno und bedeutet Sumpf, und Panecy leitet sich von dem Personennamen Pan oder von pan = Herr ab, möglicherweise auch von župan, einem Burgwardhauptmann, dessen Sitz die heute zu Großhänchen gehörende Sumpfschanze gewesen sein kann, wie J. Meschgang (1973) vermutet. Eindeutig geklärt ist die Herkunft des Ortsnamens jedoch nicht.

Die Pannewitzer Flur mit ihren Flachkuppen wird landwirtschaftlich genutzt, denn sie gehört zur fruchtbaren Panschwitz-Spittwitzer Klosterpflege. Von den zahlreichen Farn- und Blütenpflanzen ist vor allem der im Erlenbruch zwischen Pannewitz und Uhyst vorkommende Riesenschachtelhalm zu erwähnen, der wie die drei Pannewitzer Gutseichen unter Schutz steht.

In Pannewitz leben die „nobiles de Panewicz“, die Vornehmen aus oder von Pannewitz, wie einer Urkunde des Jahres 1240 zu entnehmen ist. 1262 ist von einem Herrensitz in Pannewitz die Rede. Ende des 13. Jahrhunderts finden die Pannewitzer häufiger Erwähnung, da sie als Urkundenzeugen gebraucht wurden.

Zwischen 1374 und 1382 hatte das Dorf jährlich „3 ½ modium siliginis et 7 modios avene“ und „gros gebint 3 sexagenas census“ an das Kloster St. Marienstern abzugeben. Das waren Roggen und Hafer in Scheffeln (Hohlmaß) und Garbenzins aus zweierlei Korn in Schock gemessen. Die Namen der ortsansässigen Bauern erfahren wir nicht. Dagegen kommt wenige Jahrzehnte später Deynhart von Pannewicz „zum Ugest gesessen“ häufiger vor, vor allem in Görlitzer und Bautzener Akten. Er besaß 1415 einen Herrensitz in Uhyst. Als unerbittlicher Gegner der Hussiten, die er mit allen Mitteln bekämpfte, machte er viel von sich reden. Die Hussiten rächten sich und zerstörten 1425 nicht nur sein Uhyster Gut, sondern auch das zum Rittergut Putzkau gehörende Vorwerk auf dem Bischofsewerdaer Hunger.

 

Das Pannewitzer Gut gehörte zu Beginn des 17. Jahrhunderts Rudolf von Bünau, der hochverschuldet war und 1647 starb. Wann er das Gut kaufte, wissen wir nicht. Von seinen Gläubigern erwarb es 1657 Heinrich Otto von Zezschwitz. In seinem Kaufbrief wird das Gut als Vorwerk bezeichnet und eine Schenke erwähnt. In der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts gehörten zum Pannewitzer Gut „ein Stück Holz“ im Hohwald bei Neukirch, zu Beginn des 18. Jahrhunderts ein Stück Holz in Rammenau und die Pietzschwitzer Wiesen. Von den Namen der zumeist adligen Besitzer, die das Gut nur wenige Jahre besaßen, es veräußerten, manchmal wieder zurückkauften, um „ein Schnäppchen zu machen“, ist nur der Kriegsrat Johann Heinrich Simonis erwähnenswert. Er erwarb das Gut 1749 mit ausdrücklicher Zustimmung des Kurfürsten. Es kostete 13 500 Taler.

Im Jahr 1759 wird aus dem bisherigen Lehngut eine vererbbare Wirtschaft, die knapp einhundert Jahre später, im April 1850, Moritz Julius Klahre aus Wölkau für 36 000 Taler kauft. In den 200 Jahren vor ihm wechselte das Pannewitzer Gut über zwanzig Mal den Besitzer, unter denen sich auch sechs Frauen befanden.

Um 1773 gab es in Pannewitz eine Winkelschule, in der ein Schulmeister etwa zehn Jungen und Mädchen unterrichtete. Dem Pannewitzer Lehrer war es sogar vom Rittergutsbesitzer erlaubt, in Uhyst Privatunterricht zu erteilen. Das schmälerte die Einkünfte des Uhyster Schulmeisters, die dieser nicht entbehren konnte. Er beschwerte sich beim Bautzener Stadtrat, der daraufhin das Oberamt veranlasste, die Pannewitzer Schule zu schließen.

1945 betraf die Bodenreform auch das Gut. Dass das zweigeschossige, mit Mansardendach und Uhr versehene Barockhaus erhalten blieb, ist der Umsicht des damaligen Bürgermeisters Ernst Neumann zu verdanken. Im Jahre 1955 beherbergte das Gebäude die Ernte-Kinderkrippe, die nur ein Jahr bestehen sollte. Obwohl es für einen ständigen Krippenbetrieb keine Voraussetzungen gab, blieb die Einrichtung mit ihren zwölf Plätzen erhalten. In diesem Gutshaus, das auf einem kleinen Hügel die unmittelbare Umgebung beherrscht, befand sich einmal ein kulturgeschichtlich wertvolles Archiv, über dessen Umfang ein 1864 angefertigtes und leider verschollenes „Verzeichnis der zum Archiv des Rittergutsbesitzers auf Pannewitz gehörenden Schriften“ Auskunft gab. Geblieben ist die lateinische Inschrift „SIC: SITI. LAETANTUR. LARES.“ (Über die schöne Aussicht freuen sich die Laren = Schutzgeister des Hauses und der Familie) über der Haustür.

Die ältesten Einwohnerzahlen stammen aus 1777. Damals bestand das Dorf aus insgesamt 17 Anwesen (außer dem Gut), die sechs Gartennahrungsbesitzern und elf Häuslern mit ihren Familien gehörten. Bis 1936 war der Ort eine selbstständige Gemeinde, kam dann zu Großhänchen, 1973 zu Uhyst und 1994 zu Burkau. Ein Schmied, ein Gerüstbauer und ein Heizungsbaumeister betreiben hier (nach dem Stande 1995/96) ihr Geschäft.

 

Quelle: „Burkau und seine Ortsteile“(Autor: Horst Gersdorf)  herausgegeben von der Gemeindeverwaltung Burkau