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Baum geköpft - und alle freuen sich

von Sebastian Hein

SZ Bericht vom 26.11.2016

 

Die alte Erle vor der Schule war ein Sicherheitsrisiko und musste teilweise weg. Nun ist der Stamm für alle ein Hingucker. 

von Carolin Menz

Burkau. Und plötzlich hat der Baum keine Krone mehr. Und keine Äste mit raschelnden Blättern, die sich immer so schön bunt färbten in jedem Herbst. Und doch müssen Frieda, Bennet und die anderen Burkauer Schulkinder ihn künftig nicht vermissen. Sie werden weiter ihre Freude dran haben, weil er zu einem schönen Hingucker wurde. Aus dem verbliebenen Stamm heraus gucken jetzt Adler und Waldgeist. Holzkünstlerin Karen Hobelsberger aus Wachau hat sie mit der Kettensäge hineingeformt und so etwas Bleibendes fürs ganze Dorf geschaffen. Denn der Schulhof ist nicht nur der Hof für die Schüler, der 2012 eingeweihte Spielhof, so heißt er offiziell, ist auch angelegt worden für alle Kinder und Familien. Er sei jederzeit zugänglich, sagt Burkaus Schulleiterin Marika Hüsni. Sie wusste vorab nichts von der Aktion am Baum. Umso überraschter sei sie jetzt, wie sie sagt. Und auch nicht wirklich böse darüber, dass der Baum kein Sicherheitsrisiko mehr darstellt. „Nach heftigen Herbststürmen kam es oft vor, dass sehr viele Äste auf dem Boden lagen, auch mitunter recht große Knüppel“, sagt sie. Nicht auszudenken, wenn mal einer, auf ein Kind gefallen wäre. Bürgermeister Sebastian Hein entschied auch deshalb den Baum zu köpfen, weil sein herabfallendes Laub immer wieder die Regenrinne des Schuldaches verstopfte. 

Seit sechs Jahren bietet Karen Hobelsberger ihre Kunst mit der Kettensäge an. „Es hat sich wohl herumgesprochen“, sagt sie nicht ohne Stolz in der Stimme. Sebastian Hein, der vorab von der Künstlerin eine Auswahl an Motiven zugeschickt bekam, legte die Reliefs fest. Von zwei Seiten sieht der Baum nun anders aus: Auf der einen thront ein mächtiger Adler erhaben im Erlenholz. Er schaut in Richtung Straße und hält Wache. In Richtung Schule guckt der schratige, aber friedliche Waldgeist mit Rauschebart. Er solle die Kinder beschützen, wie Karen Hobelsberger sagt. 

 

Erlenholz ist eine Herausforderung

Viereinhalb Stunden benötigte sie für die Kunstwerke. Ein bisschen schneller als sonst arbeitete Karen Hobelsberger in Burkau, weil das Wetter kalt und regnerisch war. Das sehr harte Erlenholz sei zusätzlich Herausforderung gewesen. Wie so oft rückte sie dem Holz zur Bearbeitung zunächst mit einer Forstsäge zu Leibe, um die Reliefs grob zu formen. Anschließend arbeitete sie dann Konturen von Adler und Geist mit einer Carvingsäge und ihrem runden Schwert heraus. Weil sie viel Wert auf Details legt, greift Karen Hobelsberger zum Abschuss der Arbeiten immer auch noch zum Bildhauerwerkzeug, um etwa Augen oder Nasen der Gesichter fein herauszuschnitzen. Weil die benzinbetriebenen Kettensägen ganz schön Lärm machen, rückte Karen Hobelsberger nachmittags an, nach Unterrichtsschluss. 

 Der Baum macht sich prima auf dem Spielhof mit Klettergerüst, Schaukeln, Wippe, Wipptieren, Sandkasten, Balancierstange, Tischtennisplatte und Ballspielplatz. Der Baum aber darf kein Spielgerät sein, er ist so hoch, dass kein kleines oder großes Kind draufklettern kann, sagt Schulleiterin Marika Hüsni. Gut 2,20 Meter hoch ist der verbliebene Erlenstamm. 

 Karen Hobelsberger hat ihre Arbeit getan. Damit der Stamm dauerhaft schön bleibt, sollte er nun lasiert und mit Dachpappe abgedeckt werden, um zu vermeiden, dass zu viel Nässe eindringt. Die Gemeinde plane auch, dem Stamm noch ein kleines Dächlein aufzusetzen.

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