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Kleinhänchen

Dort wo sich das heutige Kleinhänchen ausbreitet, stand vor tausend Jahren dichter Wald. Wann er gerodet wurde, um eine kleine Siedlung anzulegen, ist nicht bekannt. Die obersorbische Ortsbezeichnung ist die Entsprechung des deutschen Namens: mały=klein, wosyk=Holzschlag.

1290 gibt es nur einen „Heinichen“ genannten Siedelplatz, der aber (nach dem Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen) in Großhänchen zu lokalisieren ist. Kleinhänchen geht auf ein Vorwerk zurück, auf das der Name Großhänchen übertragen wurde. Urkundlich wird Kleinhänchen zum ersten Mal 1466 als „zum Cleynen Henchin“ erwähnt. Zins- und abgabepflichtig an das nahe Kloster St. Marienstern waren die Bewohner nicht. Die ehemalige Gutssiedlung erweiterte sich nach und nach und umfasste im Jahre 1900 mit Neraditz und Neuhof 213 Hektar.

Der aus dem ehemaligen Vorwerk hervorgegangene Rittersitz (1500) bzw. das Rittergut (1580) hat eine interessante Besitzergeschichte aufzuweisen. Das Gut gehörte von 1537 bis 1680 denen v. Bolberitz. Danach erwarb es v. Zezschwitz, der es bis 1695 behielt. Später kaufte J. E. v. Staupitz den Besitz, den er 1705 seinem Sohn überließ. Dieser trat es 1715 an den Kammerprokurator in der Oberlausitz, August Magnus Printz, ab. Im September 1711 wurde das Gut öffentlich versteigert und gelangte für 11000 Taler in den Besitz von Matthäus Lange aus Kleinwelka, der seine Rechte im April 1772 an den Pächter des Riaucourschen Gutes in Crostau abtrat. 1781 kaufte Johann George Mütterlein, Besitzer des Lehngutes Auschkowitz, das Gut Kleinhänchen für 22000 Taler. Der Subrektor des Bautzener Gymnasiums, Mag. Carl Friedrich Barth, zahlt 1816 schon 40600 Taler. Als er stirbt, kommen seine Mitbelehnten in den Gutsbesitz, die es 1859 an Barths Witwe abtreten. Ihr Universalerbe wurde Leutnant a. D. Karl Otto Wilhelm v. Sommerlatt, der den Besitz für 215 500 Mark an Friedrich August Max Thiele veräußerte. 1945 unterlag das Gut der Bodenreform, dessen Felder 1960 in die LPG eingebracht wurden. Schließlich übernahm die LPG Burkau 1976 die Tierhaltung und 1978 die Bearbeitung der Äcker und Wiesen.

 

Die Dorfbewohner pendelten in die größeren Nachbardörfer oder in die entfernter liegenden Städte zur Arbeit, sofern sie nicht in der Landwirtschaft tätig waren und ihr Auskommen hatten. In der Akte „Gemeindevermögen“ des Jahres 1883 ist zu lesen: „Die Gemeinde (…) ist eine ganz Arme Gemeinde (…), die weder ein Fuhrwerk noch Wegebaumaterial besitzt und daher fihl Opfer zum Wegebau Jährlich zu bringen hat.“

Ähnlich ging es im Leben der kleinen Leute zu, die versuchten, Krisenzeiten unbeschadet zu überstehen. Der selbständige Kleinbauer und landwirtschaftliche Arbeiter Erwin Rennau hatte im Januar 1933 beim Antrag auf Erwerbslosenunterstützung „wissentlich ein Kuh und zirka 4 Scheffel zu wenig angegeben und sich für mehrere Wochen dadurch unrechtmäßig bereichert.“ Als der Steuereinnehmer der Gemeinde die rückständigen Beträge kassieren kam, sagte Rennaus schlagfertige Ehefrau „Ich denke, die Kommunisten und Spartakisten brauchen keine Steuern zu bezahlen, und demzufolge (haben wir) auch keine bezahlt.“

Über die Dorfgrenzen hinaus bekannt ist der Musikverein der Freiwilligen Feuerwehr Kleinhänchen e.V.  Die Feuerwehrkapelle Kleinhänchen wurde 1951 von dem Musiker und späteren Bürgermeister von Uhyst, Max Howanski, gegründet und geleitet. Zehn Jahre später übernahm Rudi Smie die Leitung. Obwohl es einige Hindernisse zu überwinden galt – da die musikalischen Kenntnisse, die einige Mitglieder im Posaunenchor erworben hatten, nicht ausreichten – war die Begeisterung der Laienmusiker groß. Bereits im Herbst spielten sie zur Einweihung des Feuerwehrgerätehauses. Weitere Auftritte folgten. So nimmt die beliebte Blaskapelle seit 1969 am „Konzert im Grünen“ an der Burkauer Waldbaude teil, gastiert bei Dorf- und Heimatfesten in den Landkreisen Bautzen und Kamenz und ist nicht zuletzt beim Kamenzer Forstfest mit von der Partie.

Den Ort durchfließt das Kleinhänchener Wasser, dessen Quellrinnsale aus Höhenlagen von 215 Meter zwischen Uhyst/Jiedlitz und Uhyst/Pannewitz kommen. Während heute 500 Meter südlich des Ortes die Autobahn vorbeiführt, lag Kleinhänchen früher am Ostroer Weg, einem Teilstück des historischen Fernweges von Bautzen nach Meißen.

Quelle: „Burkau und seine Ortsteile“(Autor: Horst Gersdorf)  herausgegeben von der Gemeindeverwaltung Burkau