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Burkau

Im Jahr 1312 bekannte die Äbtissin und der Konvent des Frauenklosters Heilig Kreuz (nordwestlich Meißen, heute Ortsteil Klosterhäuser), dass sie wegen anderweitiger Schulden Geldzinsen verkauft haben. Im Text dieses Schriftstückes wird ein Heinrico genannt, der „quondam plebano in Purcowe“ (einstmals Seelsorger in Burkau) war. Das ist des Dorfes erste urkundliche Erwähnung und ein indirekter Hinweis auf eine Kirche.

Die Deutung des Namens ist schwierig. Die Namenkundler neigen der Ableitung von Personennamen Por- zu, sind sich aber nicht sicher, da er selten vorkommt. Die obersorbische Namensform stellt nicht die Grundform des Ortsnamens dar, sie wurde dem deutschen Namen angeglichen. Der heutige Name hat sich schon frühzeitig herausgebildet: 1350 Burkow, 1379 Burckaw, 1391 Burgkow, und in der Oberlausitzkarte von P. Schenk lesen wir Burcka.

Burkau ist ein „Dorf in der Oberlausitz, im Bautzener Kreise, 1 Stunde nördlich der Stadt Bischofswerda gelegen. Es wird eingetheilt in Ober-, Mittel- und Niederburkau; hat 2 Rittergüter und 30 Rauche. Der obere Teil des Dorfes gehört dem Kloster Marienstern, dem auch das halbe Jus patronatus zusteht; die andere Hälfte des letztem gehört dem Rittergute Niederburkau. Hier befindet sich auch der Gränz-Zoll. Der Ort hat eine Pfarrkirche und Schule.“
(A. Schumann/A. Schiffner, 1814)

In der Meißner Bistumsmatrikel von 1495 ist auch die zur Sedes Bischofswerda gehörende Kirche zu Porckaw genannt, deren Kirchengeläut aus zwei Glocken bestand (1457), die zum Lobe der Mutter Maria ertönten. Um 1515/20 schnitzte ein unbekannter Meister einen Altar mit der Darstellung der heiligen Anna, Maria und Jesus. 1518 erwarb das Kloster St. Marienstern einen Teil des bis dahin einheitlichen Rittergutes Burkau und bekam Partronatsrechte übertragen, die dem Kloster erlaubten, bei der Besetzung der Pfarrstelle mitzureden. Es darf wohl davon ausgegangen werden, dass aus dieser Zeit die Benennung der Kirche als „Marienkirche“ stammt. Der Schnitzaltar kam nach Dresden und verbrannte dort in der Bombennacht vom 13. Zum 14. Februar 1945. Mit Billigung der Äbtissin des Klosters St. Marienstern führten Wolfgang und Hans von Kintsch 1550 die Reformation in Burkau ein. Letzter katholischer Geistlicher war (mindestens) von 1547 an den Bischofswerdaer Kaplan und Altarist Georg Gautsch, „auch Pfarr zu Burcka“ (Chr. Heckel, 1713). Erster evangelischer Pfarrer wurde der 26 Jahr alte Matthäus Grünert aus Meißen, der hier 50 Jahre als Seelsorger wirkte.

Nach der Niederschrift von Pfarrer Michael Hempel (1658-1685/86 in Burkau) ließ 1575 Wolf v. Ponickau einen steinernen Kirchturm errichten.

 

Ein halbes Jahrhundert später marodierten Kroaten, Ungarn und Schweden während des Dreißigjährigen Krieges im Dorf, vielleicht auch Sachsen, die Anfang Oktober 1620 in die noch zu Böhmen gehörende Oberlausitz einrückten, Kamenz und Elstra besetzten, Budissin belagerten und über Löbau nach Schlesien drängten.

Zwischen 1721 und 1758 erfolgte eine Erneuerung der Kirche, die der Rittergutbesitzer Gottlob Ernst von Staupitz veranlasste. Da er 1726 starb, geriet der Umbau ins Stocken. Sein Epitaph befindet sich in der westlichen Vorhalle der Kirche. Dort ist auch das Erinnerungsmal für Johann Ernst v. Staupitz, dem 1672 beide Burkauer Rittergüter gehörten, zu finden.

Das älteste Ausstattungsstück der Kirche stellt der hölzerne Altaraufsatz von 1677 dar, wesentlich jüngeren Datums ist die Kanzel (1898).

Innerhalb weniger Jahre erhielt die Kirche ein Ziegeldach (1822), die Pfarre neue Wirtschaftsgebäude (1823), und das Pfarrhaus selbst wurde vergrößert (1824). Zu dieser Zeit amtierte der 1772 in Burkau geborene Ernst Immanuel Gretschel als Pfarrer, dessen Vater beim Amtsantritt (1759) die noch heute zu bewundernden Kastanien südöstlich der Kirche gepflanzt hatte.

Wie es 1897/98 zum Umbau und zur Erneuerung des Kirchengebäudes kam, notierte Pfarrer Oskar Balze für „ewige Zeiten“ und ließ die mehrseitige Niederschrift in dem Turmknauf legen. Damals wurde das Kirchenschiff um zehn Meter nach Westen verlängert, die Sakristei an die Ostseite angebaut, das Kircheninnere umgestaltet und der Turm erhöht. Den baulichen Zustand des alten Kirchengebäudes beschrieb der Pastor so: „Wir denken zurück an die alten, ausgetretenen halsbrecherischen Treppen unserer alten Kirche, an die engen und steifen, auf dem Estrich stehenden Bänke, an die obere Empore ohne Aussicht nach Kanzel und Altar, an die niedrige Decke in ihrem lebensgefährlichen Zustande, an die Decken- und Emporenbilder, die mehr zur Kurzweil als zur Andacht dienten, an die altersschwache, lebensmüde Orgel, an den Turm, der, wie uns gesagt worden ist, den Eindruck eines verdrossenen alten Mannes macht, der die Kappe tief über die Ohren gezogen hat und kaum wagt über den Dachfirst hinwegzuschauen.“

Durch Vermittlung des Vereins für kirchliche Kunst in Dresden wurde der Pirnaer Architekt Theodor Quentin konsultiert, der den Kirchenvorstand in seiner Überzeugung unterstützte, „dass ein durchgreifender Umbau daraus notwendig“ sei. Nach Klärung einiger Details wurde schließlich 1897 mit dem Umbau der Kirche begonnen. Die Arbeiten führten zum Teil Burkauer Handwerker durch, u. a. der Schmied Preußker, der Schlosser Grundmann, der Zimmermann Steglich, einige Maurer und Handlanger. Ein knappes Jahrhundert danach war (von einigen kleineren Ausbesserungen abgesehen) die erste Reparatur nötig. In den achtziger Jahren dieses Jahrhunderts mussten Schäden am Kirchendach und Turm beseitigt werden. Aus dieser Zeit stammt der gegenwärtige Außenanstrich der Kirche.

Das Kircheninnere zu erneuern gelang erst 1989/90. Unter der Leitung des Kirchenmalers Heinz Rentsch aus Doberschütz wurde mit finanzieller Unterstützung der Landeskirche und der Denkmalpflege die Dekorationsmalerei aus dem vorigen Jahrhundert wieder hergestellt.

Die Vorgängerin der heutigen Orgel war ein Werk des Orgelbauers Herbrig aus Altstadt bei Stolpen, das er 1834 schuf und 1860 etwas verbesserte. Die Ausmaße waren dem alten Kirchenraum angepasst. Mit der Erweiterung des Kirchenraumes entstand auch Platz für eine größere Orgel. Den Zustand der Herbrig-Orgel beurteilte die Bautzener Orgelbaufirma Eule so: „1. Bälge: liefern Wind nicht in erforderlicher Menge und gleichmäßigen Dichten. Material sehr schadhaft. 2. Kanäle: zu eng, um nötigen Windbedarf zuführen zu können, darum auch beim Spielen das Stoßen des Tones. 3. Windboden. 4. Mechanik: ist sehr abgenutzt und arbeitet geräuschvoll auf störendste  Weise. 5. Pfeifenwerk.- Die unter 1 – 5 aufgeführten Mängel lassen sich durch eine Reparatur nicht beseitigen.“

 

Quelle: „Burkau und seine Ortsteile“(Autor: Horst Gersdorf)  herausgegeben von der Gemeindeverwaltung Burkau