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Bocka

BOCKA

Der südlich von Ostro gelegene Bauernweiler mit seiner nur 42 Hektar (1900) großen Flur befindet sich in der Zone, der der das Nordwestlausitzer Hügelland in das Lausitzer Gefilde übergeht. Die Siedlung, deren Grundmuster aus dem Ende des 18. Jahrhunderts stammt, liegt oberhalb des Klosterwasser zwischen der zu Bocka gehörenden Steinmühle und der Jiedlitzer Buchholzmühle. Das Dörfchen wurde 1357 als „Buckow“ (Buchenort) erstmals urkundlich erwähnt. Wenig später (1374/82) erscheint es im Verzeichnis der dem Kloster St. Marienstern zins- und abgabepflichtigen Ortschaften.

Bei einem Besuch des Dorfes fällt sofort der ehemalige Vierseithof (Auenweg 5) mit seinen zwei fränkischen Torbögen auf, der über 200 Jahre alt ist. Die Gebäude bestehen aus Feldsteinen, die Fensterwände aus Granit, und von den Wänden bröckelt der Putz. Der Schlussstein des Wohnhauses trägt die Jahreszahl 1794. In der Mitte des 17. Jahrhunderts erwarb Rudolf v. Bünau das Vorgängergut, das er offenbar schlecht bewirtschaftete. Seine Geldgeber verkaufen 1669 an Johann Georg Seidel. Aus dem 1670 ausgestellten Lehnbrief ist zu erfahren, dass er „das Bauernlehngütlein zu Bocka mit denen dazugehörigen und befindlichen Unterthanen, als einem Lehnbauer und zwei Gärtnern sammt deroselben Erbzinsen, vollen landüblichen Diensten, Ober- und Niedergerichten und allen anderen Regalien, Rechten und Gerechtigkeiten, wie es der v. Bünau und seine Vorfahren vorhin genutzt und gebraucht“ übernommen hat. Das Gut wurde noch mehrmals verkauft, schließlich gelangte es 1840 mit der Oberteichwiese, die schon 1764 vom Jiedlitzer Gut abgetrennt worden war, durch testamentarische Verfügung von Johann Herrmann aus Spittwitz, der es bis zu seinem Tod im Jahr 1864 bewirtschaftete.

 

Der er unverheiratet starb, verkauften 1868 die Erben das Gut für 15 000 Taler an Johann Ernst Wehle. Als dieser im Dezember 1887 stirbt, übernimmt es Helene Wehle und richtet im Juni 1890 wieder eine kleine Brauerei „im Handbetrieb“ ein. Wie lange die Gutsbrauerei betrieben wurde, ist nicht bekannt.

Bereits in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es Bestrebungen, kleinere Dörfer unter eine Verwaltung zu stellen. Die Bockaer beabsichtigten, sich mit Neustädtel (21 Bewohner) zusammenzuschließen, aber daraus wurde nichts. Alle danach unterbreiteten Vorschläge, zum Beispiel mit Jiedlitz eine Gemeinde zu bilden, scheiterten ebenfalls. Erst 1937 gelang es, sich mit Glaubnitz zu einigen. Von 1957 bis 1974 gehörte Bocka zur Gemeinde Kaschwitz-Glaubnitz, danach zwanzig Jahre als Gemeindeteil zu Ostro, bis es 1994 zur Gemeinde Burkau kam.

Aus kirchlicher Sicht gehörte Bocka mindestens seit 1692 zu Uhyst, wohin es an das dortige Pfarrlehn bis 1840 acht Eier und an das Schullehn ein Brot, eine Korn- oder eine Hafergarbe abzugeben hatte. Die Einführung der Landgemeindeordnung erfolgte in Bocka ebenfalls 1840, wobei „zum Orte der Gemeindeversammlungen die Wohnstube des Richters und Gemeindevorstandes Sauer bestimmt“ wurde. Zusammen mit Glaubnitz, Kaschwitz, Jiedlitz und Neuhof beschäftigte Bocka einen „Tag- und Nachwächter“, der in Neuhof wohnte. Um 1875 war der Nachtwächter nur noch für Bocka, das dortige Gut und die Buchholzmühle zuständig. Der Gutsbesitzer beanspruchte Mitte des 19. Jahrhunderts „die volle Jagd auf den gesammten Fluren des Dorfes Bocka“ die 42 Hektar ausmachten. Durch die Ortsflur führt heute ein markierter Rad- und Wanderweg über Neustädtel bis zum Kloster St. Marienstern.

Quelle: „Burkau und seine Ortsteile“(Autor: Horst Gersdorf)  herausgegeben von der Gemeindeverwaltung Burkau