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Auschkowitz

Ortseingangsschild AUSCHKOWITZ
AUSCHKOWITZ

Der Rundweiler Auschkowitz liegt im Kreuzungspunkt von vier Straßen, die von Zischkowitz, Pannewitz, Kleinhänchen und Tschaschwitz kommen.  Die Bundesautobahn A 4 tangiert die südliche Flurgrenze.

In den Dörfern, die vor mehr als 600 Jahren dem Kloster St. Marienstern zinsten und abgabepflichtig waren, befanden sich in Auschkowitz auch die Bauern Pawil und Ottho, die das Kloster 1365 (erste urkundliche Erwähnung) erworben hatte. Jeder besaß eine Hufe, auf der er wirtschaften konnte. Das Kloster fordete von jedem 6 Hühner, 30 Eier und 1 cyfus Mohn (ca. 1,5 Liter). Hinzu kamen Zinsleistungen und der Dinkpfennig. Hopfen wird nicht erwähnt. Inzwischen hat sich das Bild in Auschkowitz verändert. Auf einem Drittel der Flurfläche baut die Taucherwald Agrar GmbH Hopfen an, etwa 50 Hektar. Zwischen 1976 und 1978 entstanden drei Hallen für die Hopfendarre.

Neben dem Kloster hatten noch das Jeßnitzer Rittergutund das Budissiner Kreisamt Anteile an Auschkowitz.

Bis in das 19. Jahrhundert hinein besaß das Kloster St. Marienstern grundherrschaftliche Kompetenzen. Durch die Bodenreform 1945 wurde das nur 60 Hektar große Lehngut aufgeteilt und das Land an Neubauern vergeben. Als ab 1838 jede Landgemeinde ihre Angelegenheiten selbst zu verwalten hatte, veranlasste das klösterliche Stiftsgericht die Übergabe aller „der Gemeinde gehörigen Gelder, Schriften und Akten“ an den noch zu wählenden Gemeindevorstand. Ende Januar 1840 war es dann soweit. Im „Mütterleinschen Gute“ wurde der Bauerngutsbesitzer Jacob Rentsch erster Gemeindevorstand und blieb bis 1886. Vor den wenigen stimmberechtigten (männlichen) Einwohnern waren vier „schreibensunkundig“ und signierten die Wählerliste mit den berühmten drei Kreuzen. Sein Nachfolger wurde Max Johann Mütterlein, den 1894 ein Herzschlag ereilte. Aus den notwendig gewordenen Wahlen ging wiederum ein Rentsch als Sieger hervor, diesmal der 28jährige Freigutbesitzer Oskar Rentsch. Er wurde in Auschkowitz geboren, war Soldat gewesen und hatte eine Frau und zwei Kinder zu ernähren. Bei Übernahme des väterlichen Hofes musste er „an seine Geschwister viel herauszahlen“ und hatte nun Schulden. Zu allem Übel brannte noch sein Gut ab. Gewissenhaft führte er seine Amtsgeschäfte – bis ihm 1899 der „Plumpenbauer Warnatzsch in Pannewitz mit einem Bierglas auf den Kopf“ schlägt. Nun war der Gemeindevorstand krank, „gedankenschwach uns sehr vergeßlich“. Er vergaß Umlagebeiträge an die land- und forstwirtschaftliche Berufsgenossenschaft abzuliefern und reagierte auf Mahnungen erst, als ihm Ordnungsstrafen angedroht wurden. Im August 1900 fand die Neuwahl statt, und Oskar Rentsch wurde von seinen Pflichten als Dorfoberhaupt entbunden.

 

1928 wurde der in Auschkowitz geborene Katholik Paul Kneschk, Besitzer einer Wirtschaft, zum Bürgermeister gewählt. Die fünfjährige Amtszeit dauerte bis Juni 1933. Die Gemeindeältesten entschieden sich für die erneute Kandidatur des bisherigen Bürgermeisters. Diesem Vorschlag trat der Lehngutsbesitzer entgegen und erklärte, „das jeder Bürgermeister eingetragenes Mitglied der nationalsozialistischen Arbeiterpartei sein müsste und dass für Auschkowitz nur er in Frage kommen könnte“. Damit begannen die Auseinandersetzungen innerhalb der Gemeinde und mit den übergeordneten Behörden in Kamenz. Anfang Juli trifft ein Schreiben aus Kamenz in Auschkowitz ein, in dem steht, dass die Wahl bis auf weiteres zu unterbleiben habe. Der Bürgermeister wurde nach Kamenz bestellt und mündlich über die Sachlage informiert. Obwohl weder im Juni noch im Juli eine Wahl stattgefunden hat, behauptete vier Monate später der Lehngutsbesitzer, er sei „einstimmig zum Bürgermeister ernannt worden“. Die Auschkowitzer ließen sich nicht irritieren. Weder Amtshauptmannschaft noch NSDAP kamen in der Sache voran, einen Nazi als Bürgermeister zu etablieren. Just in diesem Moment unterbreitete die Kriegsbehörde den Vorschlag, Auschkowitz möge sich mit einer Nachbargemeinde vereinigen. Das lehnten im Dezember 1933 die Gemeindeverordneten ab und wählten Paul Kneschk  einstimmig zum Bürgermeister. Solche Hartnäckigkeit hatten die Nazis nicht erwartet.

Nach Vorstellungen der Amtshauptmannschaft sollte sich Auschkowitz mit dem benachbarten Tschaschwitz vereinen, eine Gemeinde bilden und von dort aus mit verwaltet werden. Im August 1934 wurde Bürgermeister Spittank aus Tschaschwitz „als Bürgermeister in Auschkowitz verpflichtet“. So blieb es wohl bis zum Untergang des Dritten Reiches.

1957 wurde Auschkowitz Gemeindeteil von Kleinhänchen, 1994 von Burkau.

Beachtenswerte Gebäude in Auschkowitz sind das renovierte Lehngut (Ringstraße 20) mit Freitreppe und einem Mittelrisalit, der von einem Giebel bekrönt wird; der Vierseithof (Ringstraße 34) mit Bauerngarten und einer nach 1900 errichteten kleinen Kapelle, die immer mehr verfällt, und drei aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts stammende Wohnstallhäuser mit verbrettertem Fachwerk im Obergeschoss (Ringstraße 18), mit noch teilweise vorhandenem Sichtfachwerk und einer Hechtgaube (Ringstraße 22) und mit einem im Obergeschoss vorhandenen Fachwerk mit Lehmausfachung (Ringstraße 24). An der Wand des Wohnhauses Ringstraße 13 befindet sich eine Platte mit Ähren und Sichel, die an das Baujahr und den Bauherrn „G 1947 N“ erinnert.

Um 1986 entstanden fünf Doppelwohnhäuser für die Beschäftigten der damaligen LPG.

Die Herkunft des Ortsnamens ist ungewiss und die Deutung schwierig. Die Namenkundler meinen, dass sich der Name aus einem Personennamen herleitet.

Quelle: „Burkau und seine Ortsteile“ (Autor: Horst Gersdorf)  herausgegeben von der Gemeindeverwaltung Burkau